Eine Installation für die Finzi-Contini

Von Thomas Steinfeld

Das Buch “Die Gärten der Finzi-Contini” (1962), der Roman, mit dem der Schriftsteller Giorgio Bassani weltberühmt wurde, beginnt mit einem Besuch auf einem etruskischen Friedhof. “Hatte man die Schwelle des Friedhofs überschritten”, berichtet der Erzähler, “wo ein jeder von ihnen ein zweites Haus besaß, in dem er schon das Lager bereitet hatte, auf dem er bald neben den Vätern ruhen würde, konnte die Ewigkeit nicht länger eine Illusion bleiben.” An diesen Gedanken heften sich Erinnerungen. Sie führen den Erzähler zurück nach Ferrara, in seine Kindheit und Jugend, zurück zum jüdischen Friedhof und zur monumentalen Gruft der (fiktiven) Familie, deren letzter Generation der Roman gewidmet ist. Gewiss, es sind am Ende die Deutschen, die Micòl und ihre Familie ermorden. Aber bis es so weit kommt, gibt es “moderne Juden”, die begeisterte Faschisten werden, halbaristokratische Juden, die sich in neugotischen Palästen unangreifbar wähnen, sowie selbstverständlich nicht-jüdische Italiener, die zu Antisemiten werden, sobald es von ihnen erwartet wird.

Der von hohen Mauern umgebene Garten ist die angeblich reale Metapher, die sie alle verbindet: ein Paradies, in das man gelockt und aus dem man verstoßen werden kann, ein Ort, an dem man sich geschützt glaubt, der sich dann aber als Kerker entpuppt.

Obwohl der metaphorische Charakter der Anlage offenbar ist, gibt es doch Besucher Ferraras, die, Bassanis Buch oder dessen Verfilmung durch Vittorio de Sica (1970) im Sinn, nach diesem Garten suchen. Ihnen weniger zum Gefallen, als vielmehr zur Herausforderung zeigt der israelische Künstler Dani Karavan, bekannt für die Gedenkstätte für Walter Benjamin in Portbou oder für das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Roma und Sinti in Berlin, gegenwärtig eine Ausstellung im neuen Jüdischen Nationalmuseum Italiens in Ferrara. Eine kleine Werkschau des Künstlers verbindet sich darin mit der Installation “Il giardino che non c’è” (“Der Garten, den es nicht gibt”). Etwa fünfzig Exponate gibt es darin zu sehen, darunter das Manuskript der “Finzi-Contini”, aufgeschlagen just auf der Seite, in der dieser Garten (es ist nur einer) beschrieben wird.

Zwei Objekte ziehen besondere Aufmerksamkeit auf sich: ein Stück Eisenbahntrasse, das ebenso den Weg ins Fantastische wie den Weg des Schreckens zu bezeichnen scheint. Und ein Entwurf für ein Denkmal, das eines Tages auf dem Hof des Museums realisiert werden soll: ein Garten mit zwei Umfriedungen, in deren erste die Eisenbahntrasse führt, dessen zweite aber nur mit einer Leiter zu überwinden ist – es ist der Weg, den der Erzähler im Roman nimmt. So sind dann Ausweglosigkeit und Idyll verbunden.

Altri contenuti

26 marzo, evento online

26 marzo, evento online

La Prima Guerra Mondiale  fu un evento cruciale nella storia identitaria degli ebrei italiani. Dopo secoli di vita confinata all’interno dei ghetti ed esclusi dal resto della società, questa fu l’occasione per la minoranza ebraica di partecipare attivamente in difesa della propria patria e ricoprire un ruolo di primo piano nell’assistenza sanitaria sul fronte. Per […]
24 marzo, torna Scatti di storia

24 marzo, torna Scatti di storia

Torna la serie “Scatti di storia”: conferenze in presenza dedicate a grandi maestri della fotografia che con il loro obiettivo hanno raccontato momenti cruciali della storia e i cambiamenti sociali italiani e internazionali, realizzate in occasione della mostra del MEIS “Viaggio in Italia. Alla scoperta del patrimonio culturale ebraico”.  Il prossimo appuntamento è previsto al bookshop del museo (via […]
Attività educative gratuite al MEIS

Attività educative gratuite al MEIS

In questo 2026, anno in cui celebriamo gli 80 anni dalla nascita della Repubblica Italiana e del primo voto delle donne, il MEIS vuole offrire agli studenti di tutta Italia che visiteranno il museo tre laboratori tematici gratuiti pensati per le classi delle primarie e secondarie. Ci confronteremo con i concetti di Cittadinanza, Autodeterminazione e Libertà, la storia […]
4 marzo 2026: 110 anni dalla nascita di Giorgio Bassani

4 marzo 2026: 110 anni dalla nascita di Giorgio Bassani

Il 4 marzo 2026 ricorrono i 110 anni dalla nascita di Giorgio Bassani (Bologna, 1916 – Roma, 2000), scrittore e intellettuale tra i più autorevoli del Novecento italiano. Nel giorno del suo compleanno, il MEIS desidera ricordare Bassani e il legame profondo che lo unisce alla storia e alla cultura ebraica italiana, alla città di […]
12 marzo, evento online

12 marzo, evento online

Dopo cinque anni, il progetto #ItaliaEbraica si rinnova e diventa Italia Ebraica nel mondo.  Ogni mese conosceremo un museo nuovo e scopriremo i percorsi che intrecciano luoghi lontani con la nostra “Italia Ebraica”. I musei ebraici internazionali presenteranno online su Zoom un oggetto o un’opera d’arte della loro collezione che racconta un tassello della storia d’Italia.  Il quinto appuntamento […]